Hallo ihr Lieben!
Also, ich bin gerade noch in meiner Heimatstadt und habe die letzten Tage ein wenig in der WG gearbeitet (Regale und Kisten aufgeräumt, ein paar Sachen umgestellt und so) und heute war ich mit meiner Gastmama bei einer ihrer Tanten und wir haben das hier für die Semana Santa (Karwoche) typische Gebaeck gemacht (aus Mais und Kaese wird der Teig mit Zucker gemacht und mit saurer Sahne, Margarine und Fett). Hat mir seeehr viel Spass gemacht, wenn auch gleuchzeitig sehr anstrengend war, weil ich von morgens um 8, wo der Mais gewaschen wurde, bis nachmittags um 16 Uhr, als die vielen vielen Bleche aus dem Holzofen geholt wurden, da war und mitgeholfen habe. Aber ein leckeres Mittagessen und nette Gesellschaft hab ich dafuer ja schliesslich auch bekommen (und natuerlich was vom Gebaeck *gg*)... war ein wirklich schoenes Erlebnis, hab auch ein paar ganz gute Fotos gemacht, die ich dann wohl bald mal hochladen werde (leider ist die Verbindung hier immer so langsam)... Schoen, mal wieder viel Zeit mit meiner Gastmutter Mari zu verbringen und mehr Leute ihrer Familie kennenzulernen!
Am Sonntag und Montag war ich mit ca. 40 anderen Leuten aus Nueva Guinea (aus der Uni und Lehrer von Schulen und deren Familien) auf einer Insel im Nicaraguasee (siehe auch den letzten Eintrag). Im Nachhinein kann ich berichten: Die Hinfahrt war ziemlich anstrengend, weil ich sehr muede und sehr verschnupft war und hinten sass und somit dort, wo die jungen Englischstudenten Party gemacht haben. Da ich die noch nicht kannte, war es ein wenig merkwuerdig... (und ich war neidisch, weil ich nicht so viel Spass hatte ;-) )
Dann kamen wir an und ich merkte, wie viel die Nicas alle an Essen und Trinken (vor allem Alkohol und Wasser) dabei hatten, nur wir Deutschen hatten so gut wie gar nichts, weil wir dachten, dass man auf der Insel auch etwas kaufen koennte. Ploetzlich sah es aber ganz anders aus... Ich hatte schon ein wenig Angst, wie wir die guten 24 Stunden auf der Insel ueberstehen wuerden. Aber es stellte sich dann heraus, dass es sowohl etwas zu kaufen gab als auch die Nicas (eben die besagten Englischstudenten, mit denen ich dann letztendlich am meisten zu tun hatte an den 2 Tagen) uns gern etwas abgaben. Aber komisch fuehl ich mich schon immer dabei, wenn Nicas mir, der Weissen, dieja eigentlich Geld hat, so viel Essen und mehr schenken. Schenken sie es mir dann, weil ich weiss bin, weil sie mich als Person nett finden oder weil sie so hilfsbereit sind? So genau weiss ich das immer nicht.
So assen wir also frisch gefangenen und ueber dem Lagerfeuer frittierten Fisch mit Reis und tranken vom Wasser und Rum unserer neuen Freunde. Besonderes Erlebnis: Im Wasser sitzend, den Steg als Bar benutzend, ein Glaeschen Rum-Cola auf Eis zu geniessen. Wie bei einem schoenen deutschen Strandausflug hatten naemlich auch die Nicas alle ihre ueberdimensionierten Kuehlboxen mit. Etwas haben also scheinbar alle Kulturen gemein ;-)
Am Abend gab es dann erst gemuetliches Reden und Kartenspielen, dann Musik und Tanz (wo ich eigentlich immer dabei bin :D ) und schliesslich haben wir uns in unsere Haengematten gelegt, von denen aus man den hell scheinenden Mond sehen konnte, den See rauschen und die Grillen zirpen hoeren... (das war wirklich so, ist nicht gelogen! Dieser Ort hat mich mit seiner Einsamkeit, Romantik und Realitaetsferne sehr begeistert)
8 Uhr am naechsten Morgen aufgestanden uns eigentlich den ganzen Vormittag mehr oder weniger im Wasser verbracht, ging es dann gegen 13 Uhr wieder los, mit dem Boot zum Bus und mit dem Bus ueber die Sandpiste und schliesslich Landstrasse 4 Stunden nach Hause. Diesmal sass ich dann bei den Studenten zwischendrin (allerdings wurde keine Party gemacht, weil alle sehr fertig waren und geschlafen haben).
Abschliessendes Resumee: Toller Ausflug, bei dem wir zum Einen Nicaraguas Schoenheit geniessen und zum Anderen Kontakte knuepfen konnten!
Und um noch weiter Zeit mit Nicas zu verbringen, allerdings mit anderen, werde ich mich heute Nacht (bzw. Donnerstagmorgen um 2) in den Bus nach Managua setzen und schliesslich noch nach Rivas weiterfahren, um mit den Freiwilligen aus Masaya und einigen ihrer Nicafreunde nach Ometepe zu fahren.
Was ich da erlebe und wie es in der Schule weitergeht erfahrt ihr dann ein ander Mal!!!
Eure Lisa, die viel auf Achse ist
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