Dienstag, 23. Dezember 2008

Frohe Feste

Liebe treue Leser - also Freunde, Familie und Bekannte!

Ich sitze gerade in einem Internetcafé in Granada, einer zwar sehr schoenen, aber auch wenig nicatypischen Stadt, die am Nicaraguasee liegt, uns mit einem seehr angenehmen Klima empfangen hat und sich von ihrer schoensten Seite zeigt.

Aber ich fang mal kurz von vorn an:

Wie Ihr ja im letzten Eintrag lesen konntet, war ich aufgeregt, da ich meine Eltern vom Flughafen abholen wollte. Nachdem ich mich also um ein Hotel in Managua, Flughafennaehe, gekuemmert und ca. 2 - gefuehlte 3 - Stunden auf das Flugzeug meiner Eltern gewartet hatte, kamen sie schliesslich mit anderthalb Stunden Verspaetung, ein wenig hungrig und muede in Managua, der Hauptstadt an.

Frueh am naechsten Morgen (um halb sechs waren ausser mir wegen des Jetlags sowieso alle wach ;-D ) stiegen wir dann in einen komfortablen, aber doch vollen Bus nach Nueva Guinea, in dem sich meine Familie auf 7 Stunden Fahrt der nicaraguanischen Art zu reisen und zu leben ein wenig annaehern konnte. Angekommen in La Guinea ging es dann zuerst in die WG, wo wir auch die Nacht verbracht haben. Nach einem vernieselten Stadtrundgang (meine Stadt duerfte die einzige in Nicareagua sein, in der es immernoch regnet), einem Besuch meiner Schule und beim Internetcafé waren wir dann abends bei meiner Gastmutter zum Essen eingeladen - es wurden nicaraguanische Koestlichkeiten serviert, begleitet von einem leckeren Hibiskuswein, ein wenig Konservation (mit mir als Dolmetscherin) betrieben und eine Bescherung gefeiert, bei der meine Eltern ihre Mitbringsel und noch viel mehr los wurden, bis wir schliesslich zufrieden in die Betten fielen.

Der zweite Morgen in Nica begann verregnet, konnte aber unsere Stimmung nicht trueben, als wir uns nochmals zu Maria Luisa aufmachten, wo meine Eltern ihr erstes richtiges "Gallo Pinto" verspeisten und es sogar mochten (wer kann schon frittierten Bohnen und Reis widerstehen *gg*).
Sie lernten noch Moisés kennen, bevor wir uns dann doch schon wieder aufmachten, schliesslich ging es hoch in den Norden, nach Matagalpa. Der Weg bestand aus 3 verschiedenen Busfahrten mit sehr unterschiedlichen Komfortstufen, Fuellungsgraden (von jeder hat einen Platz bis 3 Leute fahren bei offener Tuer auf dem Trittbett mit, waehrend die, die drinnen stehen durften, sich nicht festhalten mussten, weil man sowieso nicht haette fallen koennen) und Verpflegungen (Kekse, Cola, Brot, Maistortilla mit Kaese, Orangen). Im Dunkeln und ziemlich k.o. (nach 9 Stunden Bus) wartete eine komfortable WG-Unterkunft auf uns, weil sich meine Kollegen in Matagalpa aufgrund der spaeten Stunde und der schwierigen Hotelsuche so gastfreundlich zeigten, uns aufzunehmen und gegen ein wenig Essensbeitrag sogar drei Naechte dort bleiben zu lassen. Abends waren wir dann - besonders zu meiner und meines Bruders Freude - PIZZA essen!!!

Am naechsten Morgen war ausschlafen und waschen angesagt und mittags machten wir uns auf, mit einem Freund von Annika und Alex (den Freiwilligen und WG-Bewohnern) als Touristenfuehrer eine alte Goldmine zu entdecken. Abenteuerliche Hinweise wie "nicht die Decke anfassen, nicht zu laut rufen, die Hoehlen koennten einstuerzen" inklusive. Ein toller Tag, der seinen Abschluss beim Mexikaner fand...

Gestern standen mit demselben Freund eine Fuehrung durch ein Nebelregenwald-Naturreservat und eine Kaffeefuehrung an, bei der wir von der Kirsche bis zur Bohne alles erklaert bekamen und sogar einen Blick in eine Unterkunft eines Kaffeepflueckers erhaschen konnten - was uns nachdenklich ob der Arbeitsbedingungen und Entlohnung stimmte, war doch die Finca noch eine der arbeiterfreundlichsten ind ganz Nicaragua. So viel zum Thema Fair Trade und so... Naja, verglichen mit Bauarbeitern oder Marktfrauen verdienen die Kaffeepfluecker, die wirklich schnell sind, eigentlich ziemlich viel. Trotzdem sind die 6 Dollar am Tag nicht viel fuer 10 Stunden Arbeit.

Und da sind wir auch schon beim Hier und Heute angelangt. Nach wenig Schlaf und leeeckeren Crepes zum Fruehstueck war unser Ziel Granada, was wir nach anderthalb Stunden Expressbus, einer halben Stunde Taxi und weiteren 40 Minuten im etwas kleineren Bus erreichten. Erste Eindruecke: Koloniale Bauten, die an Mexiko und Spanien erinnern (nur etwas kleiner und bunter) und nicht so richitg Nica sind; viiiel Sonne; noch viel mehr Touris (Cheles) und ein cooles Hotelzimmer. Hier werden wir uns heut noch entspannen und dann morgen nach einer Bootstour zu so kleinen Inseln ("Isletas") und einer "Canopy-Tour" am Mombacho-Vulkan in einem netten Restaurant den Heiligen Abend begehen werden...

Das fuehrt mich doch glatt dazu, darueber nachzudenken, dass es bei Einigen von Euch ja jetzt schon der 24.12. ist und Ihr in weniger als 20 Stunden wohl schon Eure Geschenke ausgepackt, Euch den Magen vollgeschlagen und einige Lieder getraellert habt! Dabei wuensche ich Euch sehr viel Spass, ein bisschen Ruhe, wem's gefaellt und vor allem, dass Ihr es mit lieben Leuten verbringen koennt. Lasst Euch die Lebkuchen, den Braten, den Kartoffelsalat und wer weiss was sonst noch auch in meinem Namen schmecken und schickt mir ein Foto von Euch an Weihnachten!! (Ich verspreche auch eins!)

Ich hoffe, ich kann mich vor Silvester nochmal melden, da ich es aber nicht garantieren kann, vorsichtshalber einen guten Rutsch, fallt nicht hin (hmmm... der hat schon einen langen Bart) und ein gesundes, erfahrungsreiches Jahr 2009!

Wer mir schreibt, bekommt dann auch irgendwann mal eine Antwort! Wer mir schon geschrieben hat, noch mal schreiben, kann sein, dass die Mail mit meinem Stick zusammen verloren gegangen ist!

Es gruesst eure "Touristenfuehrerin, Dolmetscherin und Kaffeeexpertin" Lisa

1 Kommentar:

alex hat gesagt…

Konversation :) Ich hab sooo lange darueber nachgedacht lol. Sehr schoener Bericht.