Montag, 8. Dezember 2008

Lebensmeldung

sooo meine Lieben...

ich weiss zwar nicht, obn ueberhaupt noch viele meinen Blog verfolgen, weil ich gestehen muss, dass es ziemlich schwer ist, hier noch was reinzuschreiben, wo ich ja schon mit Tagebuch, Monatsberichten und und und beschaeftigt bin... Aber jetzt wil ich mal kurz schreiben, was ich grad so mache:

Die letzten Wochen waren in der Schule gepraegt von Wandertagen und Examen, da die grossen Weihnachtsferien bevorstanden und wir mit dem Stoff durch waren, konnten wir die Paseos geniessen, von denen einer sogar an den Pazifik ging, die andern auf eine Finca (oekologische Farm) in der Naehe von Nueva Guinea. Dort haben wir mit den Kindern gespielt, die Matheexamen geschrieben, gekocht, ein wenig Sport gemacht, Schafe gefuettert, Horrorfilme geguckt, Lagerfeuer mit Stockbrot gemacht, ein wenig getanzt und schliesslich bin ich auch endlich einmal kurz geritten (aber ohne Sattel und so, nur um das Fussballfeld rum, weil der, dem das Pferd gehoerte, grad Fussball spielen wollte.

Dann kam noch die Zeugnisverleihung, die freien Tage bis dahin haben wir mit Gartenarbeit ueberbrueckt - Beete mussten angelegt, dann umgegraben und mit Sand und Duenger vermischt werden und schliesslich die Pflanzen eingepflanzt werden. Jetzt haben wir eine schoene Mischung zwischen Nutz- und bald auch Zierpflanzen, die hoffentlich in ein oder zwei Monaten auch ein wenig gruen aussehen... Angepflanzt wurde unter anderem: Paprika, Chili, Bananen, Yucca (Maniok), Bohnen, Ingwer, Zitronengras, Papaya, ein Orangenpflaenzchen und irgendwas andres, von dem ich nich weiss, wie es auf deutsch heisst.


Am Montag, dem 1.12. habe ich mich dann mit Stephan in den Bus mit Ziel San Carlos gesetzt (ein Ort am Nicaraguasee, von dem eine Faehre nach Ometepe, die Insel dort, faehrt). Dort ist dann aber leider die Faehre, die wir nehmen wollten, nicht gefahren, sodass wir kurzerhand beschlossen, einen kleinen Ausflug den Rio San Juan (Grenzfluss mit Costa Rica) runter zu machen und uns ein wenig den dortigen Regenwald anzugucken. Das hat sich auch wirklich gelohnt - Fotos werden auf jeden Fall noch nachgereicht!

Wieder zurueck in San Carlos nahmen wir dann am Freitag die Faehre, fuhren bis Granada, von dort dann mit dem Bus nach Masaya, um mit den Freiwilligen von dort gemeinsam nach Leon zu fahren, wo wir uns mit allen Nica-Freiwilligen unserer Organisation treffen wollten und es auch geschafft haben. Wir fuhren an den Pazifikstrand, badeten, kochten auf dem Lagerfeuer, feierten die Geburtstage von Jessi und Doro und ausserdem das Ende der sogenannten "100 Tage Anstrengung", ein Zeitraum, in dem unsere Organisation sozusagen wuenscht, dass wir uns nicht zu viel beschweren und uns jeden Tag mit voller Kraft dem Projekt, der Verschoenerung unserer WG und unserem Leben hier in Nicaragua widmen. Das Ende dieser 100 Tage war also eine Feier wert ;-) Wir haben also viel entspannt, und in Haengematten am Strand uebernachtet. Am naechsten Tag sind wir dann wieder in die Stadt gefahren, wo die "Purísima" gefeiert wurde, ein Fest, dass der Jungfrau Maria gewidmet ist und bei dem die Leute Altare in ihren Haeusern aufbauen. Dann geht man von Altar zu Altar und fragt: "Wer verursacht soviel Freude?" - woraufhin die Antwort "Es ist die Jungfrau Maria:" folgt und in die offen hingehaltene Hand ein paar Suessigkeiten gleiten. Die Nicas gehen mit Rucksaecken auf den Bauch geschnallt los, um auch alles, was sie auf diese Weise erbeuten, verstauen zu koennen. Auch ich habe einiges abgesahnt - von Schuesseln, Obst, Stiften ueber Streichhoelzer, Kaffeetuetchen und Tuetensuppe bis hin zu Suessigkeiten und Milchreis. Danach sind wir noch in einem Club tanzen gewesen.

Heut morgen brachen wir dann wieder gemuetlich nach Masaya auf, von wo aus ich jetzt gerade schreibe. Morgen geht es fuer mich weiter nach Ometepe, um im Projekt einer Bekannten von Wise e.V. zu arbeiten und so meine Ferien zu ueberbruecken, ohne meinen gesamten Urlaub zu verpulvern.

Am 18.12. werde ich dann meine Eltern in Managua abholen, mit ihnen nach Nueva Guinea fahren, um ihnen einen Einblick in mein dortiges Leben zu gewaehren und mich dann mit ihnen auf eine Rundreise duech ganz Nicaragua aufmachen.

Ich wuensche Euch allen also, falls Ihr nichts mehr von mir hoert, ein gesegnetes Weihnachtsfest, eine schneereiche Vorweihnachtszeit, ruhige Ferien und schliesslich einen guten Rutsch ins Neue Jahr!!!

Vorher werdet Ihr aber bestimmt nochmal von mir hoeren... hoffe ich jedenfalls...

Machts gut, bleibt gesund (ich schlage mich hier seit zwei Wochen mit einer mehr oder besser gesagt weniger angenehmen Erkaeltung herum) und meldet euch ruhig mal!


Eure Backpackerin und abenteuerlustige Lisa

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